Wasserknappheit im Nationalpark!

Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde im Nationalparklandkreis Birkenfeld,

 

die anhaltende Trockenheit und die spürbaren Veränderungen durch die Klimakrise stellen unsere Region vor immense Herausforderungen. Der Schutz unserer lokalen Gewässer und Wälder hat für uns oberste Priorität.

Wir begrüßen daher die Entscheidung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord ausdrücklich, die Wasserförderrechte der Mineralbrunnenbetriebe im Nationalpark Hunsrück-Hochwald (www.nlphh.de)  einzustellen. Die Sprudelbetriebe haben dagegen Einspruch erhoben und dürfen bis zur Klärung weiterfördern.

Unsere Verantwortung vor Ort: Lebensräume erhalten

Mit der stark gewachsenen Stimme unserer vielen Mitgliedern im Rücken setzen wir uns als NABU Kreisgruppe entschlossen für den Erhalt unserer regionalen Biodiversität ein. Die fortgesetzten, massiven Grundwasserentnahmen gefährden die sensiblen Quellgebiete und Hangmoore unseres Landkreises enorm. Wie auf unseren Exkursionen – etwa zur oft trockenfallenden Heilquelle „Gute Bure“ im Trauntal mit unserem Experten Thomas Brodbeck – immer wieder anschaulich dokumentiert wird, leidet das Ökosystem massiv. Wenn die Quellen versiegen, verlieren stark gefährdete heimische Arten wie der Feuersalamander und der Schwarzstorch ihre überlebenswichtigen Lebensgrundlagen. Es ist ethisch und ökologisch nicht vertretbar, dass unser Grundwasser in großem Stil für den kommerziellen Export abgepumpt wird, während die Natur vor unserer Haustür vertrocknet. Die regionale Trinkwasserversorgung und der Schutz unserer Natur in den Verbandsgemeinden müssen absoluten Vorrang haben!

Bundesweite Bedeutung: Den Schutzstatus verteidigen

Unser Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung und hat jüngst den großartigen Meilenstein von 66 Prozent Wildnisfläche erreicht. Entsprechend den internationalen Kriterien der IUCN (Kategorie II) gilt hier das strenge Leitbild des Prozessschutzes: „Natur Natur sein lassen“. Der NABU Bundesverband warnt eindringlich davor, diesen völkerrechtlichen Schutzstatus für rein kommerzielle Zwecke auszuhöhlen. Eine Duldung der industriellen Wasserförderung in unserem Nationalpark würde einen brandgefährlichen Präzedenzfall für sämtliche Schutzgebiete in ganz Deutschland schaffen.

Unser Beitrag im Alltag: Verantwortung beim Wassersparen

Der Kampf gegen den Trockenstress in unseren Wäldern entscheidet sich jedoch nicht nur vor Gericht, sondern auch bei uns zu Hause. Jede Bürgerin und jeder Bürger im Kreis Birkenfeld kann aktiv dazu beitragen, den Druck auf unsere Grundwasservorräte zu senken. Wasserschutz beginnt im eigenen Garten und Haushalt:

  • Regenwassernutzung statt Trinkwasser: Nutzen Sie Zisternen oder Regentropfenfänger für die Gartenbewässerung. Kostbares, aufbereitetes Trinkwasser hat im Rasensprenger an heißen Sommertagen nichts zu suchen.
  • Naturnahe Gärten gestalten: Heimische Stauden und Gehölze kommen mit Trockenperioden deutlich besser zurecht als sterile Schottergärten oder englischer Rasen, die einen permanent hohen Bewässerungsbedarf haben.
  • Bewusster Konsum im Haushalt: Einfache Routinen – wie das Nutzen der Spartaste am WC, das vollständige Beladen von Wasch- und Spülmaschinen oder der Einbau von Durchflussbegrenzern an den Armaturen – sparen täglich viele Liter unserer wertvollen regionalen Reserve.

Nur wenn wir den Respekt vor der Ressource Wasser im Kleinen vorleben, können wir ihn im Großen glaubwürdig von der Industrie einfordern.

 

Wir werden die rechtlichen Auseinandersetzungen, die nun vor dem Verwaltungsgericht liegen, weiterhin sehr kritisch begleiten und in den Kommunalräten unsere Stimme erheben. Wir danken Ihnen für die anhaltende Unterstützung unserer Arbeit. Wenn Sie sich detaillierter mit dem Thema Wasserrückhalt und Klimawandel in unserer Region befassen möchten, empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an unseren kommenden Exkursionen sowie einen informativen Besuch im WasserWissensWerk in Kempfeld.

 

Ihre NABU Kreisgruppe Birkenfeld