Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

Stand 2026-04-24

Achtung, in manchen Puplikationen wird die "Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia)" beschrieben. Sichtungen dieser Art in Europa beruhten bisher immer auf fehlerhaften Zuweisungen anderer Hornissenarten.

KI-generiert
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1. Ausbreitung und Etablierung

Die aus Südostasien stammende Art wurde 2004 nach Frankreich eingeschleppt und erreichte 2014 Deutschland. Seit dem 24. März 2025 gilt sie in Deutschland offiziell als etabliert. Dies markiert einen Wendepunkt im Umgang mit der Art: Es besteht keine generelle Pflicht der Behörden mehr, jedes Nest zu entfernen; stattdessen erfolgt ein Management nach Artikel 19 der EU-Verordnung, bei dem Maßnahmen nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung priorisiert werden (z. B. Schutz von Naturschutzgebieten).

2. Die Haltung des NABU zur Gefährlichkeit

Der NABU betont primär die Deeskalation und warnt vor medialer Panikmache. Die Kernpunkte der NABU-Einschätzung sind:

  • Geringe Grundaggressivität: Die Tiere gelten als friedfertig und greifen Menschen außerhalb der unmittelbaren Nestumgebung nicht grundlos an.
  • Vergleichbare Giftstärke: Das Gift ist laut NABU generell nicht toxischer als das von Honigbienen oder heimischen Wespen.
  • Artenschutz: Der NABU warnt davor, dass durch mangelndes Wissen die heimische, streng geschützte Europäische Hornisse (Vespa crabro) gefährdet wird, wenn Bürger eigenmächtig Tiere töten.

Ergänzung zum Risiko: Während die Giftwirkung pro Stich ähnlich ist, weisen medizinische Studien auf eine höhere Gefahr bei Massenangriffen hin. Da Kolonien der Asiatischen Hornisse deutlich individuenreicher sind (bis zu 2.000, teils über 6.000 Tiere) als heimische Arten, ist das Risiko bei einer Neststörung höher. Zudem können multiple Stiche (>10) systemische toxische Reaktionen (z. B. Nierenschäden) auslösen. Ein physikalisches Risiko stellt der ca. 6 mm lange Stachel dar, der herkömmliche Schutzkleidung durchdringen kann.

3. Ökologische Auswirkungen

Die Hornisse ist ein opportunistischer Jäger mit einem enormen Insektenverbrauch (ca. 11 kg pro Saison und Nest). In Larvenmägen wurden Spuren von über 1.400 Tierarten nachgewiesen.

  • Imkerei: Besonders betroffen sind Honigbienen, die vor dem Flugloch abgefangen werden. Der daraus resultierende Stress („Flugparalyse“) führt dazu, dass Völker das Sammeln einstellen und die Brutaktivität drastisch reduzieren, was zu hohen Winterverlusten führt.
  • Biodiversität: Auch Wildbienen und andere Bestäuber werden dezimiert, was indirekt die Bestäubungsleistung von Wildpflanzen verringern kann.

4. Bekämpfungsmethoden und Naturverträglichkeit

Hier deckt sich die Haltung des NABU mit behördlichen Empfehlungen zur Schonung heimischer Arten:

  • Ablehnung von Fallen: Der NABU und Naturschutzbehörden lehnen nicht-selektive Fallen (z. B. Flaschenfallen) strikt ab, da der Beifang an geschützten Insekten den Nutzen weit übersteigt. Selbst optimierte Modelle wie die „Eva-Falle“ töten noch immer etwa 10 Nicht-Zielinsekten pro Hornisse.
  • Selektive Methoden: Bevorzugt wird die Methode der Triangulation (Anlocken an Locktöpfen, Markieren und Verfolgen), um Nester gezielt zu finden.
  • Thermische Nestbeseitigung: Als besonders effizient (ca. 95 % Erfolgsquote) und naturverträglich gilt die Injektion von heißem Wasserdampf (bis 160 °C). Dies kommt ohne Biozide aus, und die abgetöteten Larven können gefahrlos von Vögeln gefressen werden. Chemische Mittel wie Permethrin sind zwar wirksam, aber hochgiftig für Wasserorganismen und müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während die Asiatische Hornisse ökologisch und ökonomisch (besonders für die Imkerei) eine ernstzunehmende Herausforderung darstellt, ist sie für den Menschen im Alltag keine außergewöhnliche Bedrohung. Vorsicht ist beim Fund eines Nestes geboten. Der Fokus liegt heute auf einem gezielten Management, das den Schutz heimischer Insektenarten vor unsachgemäßen Bekämpfungsversuchen priorisiert.

 

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