Der Steinmarder – Heimlicher Nachbar auf leisen Pfoten

NABU/Johnny Krüger
NABU/Johnny Krüger

Er ist flink, neugierig und extrem anpassungsfähig: Der Steinmarder (Martes foina) hat sich als sogenannter „Kulturfolger“ perfekt auf ein Leben in der Nähe des Menschen eingestellt. Doch während er in freier Natur ein faszinierender Jäger und wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems ist, sorgt seine Nähe in Dörfern und Städten oft für gemischte Gefühle.

 

Wir vom NABU Birkenfeld möchten euch diesen heimlichen Nachbarn näher vorstellen und zeigen, wie ein friedliches Zusammenleben funktionieren kann.

 

Ein Meister der Anpassung: Der Steckbrief

  • Aussehen: Schlanker Körper (ca. 40–50 cm), buschiger Schwanz, graubraunes Fell. Das beste Erkennungsmerkmal im Vergleich zum selteneren Baummarder ist sein weißer, unten gegabelter Kehlfleck sowie seine helle, fleischfarbene Nase.
  • Lebensweise: Steinmarder sind dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger. Sie sind hervorragende Kletterer und Springer.
  • Speiseplan: Als Allesfresser sind sie nicht wählerisch. Auf dem Menü stehen Mäuse, Ratten, Vögel, Eier und Insekten, im Sommer und Herbst aber auch liebend gern Beeren und reifes Obst. Auch Komposthaufen werden gerne nach Leckereien durchsucht.

Nützlicher Helfer statt Schädling

In der menschlichen Wahrnehmung gerät der Marder oft zu Unrecht in Verruf. Dabei erfüllt er eine wichtige Funktion im Naturhaushalt: Als Vertilger von Mäusen und Ratten ist er ein kostenloser und biologischer Schädlingsbekämpfer in unseren Gärten und landwirtschaftlichen Betrieben.

 

Wenn der Marder zum „Untermieter“ wird

Da natürliche Felsspalten und Baumhöhlen in unserer Landschaft seltener werden, nutzt der Steinmarder gerne Scheunen, Gartenlauben oder gemütliche Dachböden als Tagesverstecke. Das nächtliche Poltern, Kratzen und die Hinterlassenschaften können für Hausbesitzer jedoch zur Belastung werden.

 

Auch das Phänomen der zerbissenen Kabel im Auto ist bekannt. Wichtig zu wissen: Marder beißen nicht aus Appetit in die Schläuche, sondern aus Revierneid. Riecht ein Marder im Motorraum den Duft eines vermeintlichen Konkurrenten (etwa weil das Auto zuvor in einem anderen Marderrevier geparkt wurde), verteidigt er sein Territorium mit teils rabiaten Bissen.

 

Konflikte naturverträglich und legal lösen

Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Das bedeutet: Das Fangen, Verletzen oder Töten der Tiere ist strengstens verboten und steht unter Strafe! Zudem haben Marder im Frühjahr eine gesetzliche Schonzeit, da sie in dieser Zeit ihre Jungen aufziehen.

 

Wer den Marder im Haus oder Auto wieder loswerden möchte, sollte auf Vergrämung (Vertreibung) und Prävention setzen:

  1. Dachböden mardersicher machen: Suchen Sie nach dem Auszug des Marders (meist spät abends) nach den Einstiegslöchern (oft genügen schon 5–8 cm große Lücken) und verschließen Sie diese massiv. Achtung: Dies darf niemals im Frühjahr geschehen, um zu verhindern, dass Jungtiere qualvoll im Dach eingesperrt werden!
  2. Düfte und Geräusche: Marder haben empfindliche Sinne. Manchmal hilft ein laut tickender Wecker, ein unregelmäßig laufendes Radio oder der Geruch von Hunde- oder Katzenhaaren auf dem Dachboden, um den Platz ungemütlich zu machen.
  3. Kabelschutz im Auto: Elektronische Ultraschallgeräte oder geschlitzte Wellschläuche aus Hartkunststoff schützen die empfindlichsten Kabel im Motorraum effektiv. Bei akutem Marderbefall hilft oft eine professionelle Motorwäsche, um die Duftmarken des Tieres zu entfernen.

Habt ihr Marder beobachtet?

Habt ihr in eurem Garten schon Entdeckungen gemacht oder Fotos von Mardern schießen können? Erzählt uns gerne davon oder schickt uns eure Schnappschüsse!

 

Am einfachsten geht das über unsere WhatsApp-Gruppe