Rettet die Nacht!

Warum Lichtverschmutzung ein Problem ist und was wir im Kreis Birkenfeld tun können

KI-generiert
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Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,

 

haben Sie in letzter Zeit an einem klaren Abend nach oben geschaut und die Milchstraße in ihrer vollen Pracht gesehen? Was für unsere Großeltern noch alltäglich war, ist heute leider zu einer Seltenheit geworden. Das Stichwort lautet: Lichtverschmutzung. Als NABU Kreisgruppe Birkenfeld möchten wir den Fokus auf ein Umweltproblem lenken, das rasant wächst, aber oft übersehen wird – mit massiven Auswirkungen auf unsere heimische Natur hier im Hunsrück und an der Nahe.

Was ist Lichtverschmutzung und warum ist sie so gefährlich?

Wie der NABU Bundesverband seinem aktuellen Grundsatzprogramm eindrücklich warnt, bringt künstliches Licht in der Nacht den Rhythmus von Pflanzen, Tieren und auch von uns Menschen massiv durcheinander:

  • Das Insektensterben: Für Milliarden von nachtaktiven Insekten werden Straßenlaternen, Schaufenster oder helle Fassadenstrahler zur tödlichen Falle. Sie umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung.
  • Gefahr für Vögel und Fledermäuse: Zugvögel verlieren durch die Lichtglocken über unseren Städten die Orientierung und kollidieren oft mit beleuchteten Glasfassaden. Fledermäuse wiederum werden bei ihrer nächtlichen Insektenjagd extrem gestört oder verlieren ihre Quartiere.
  • Klima- und Ressourcenschutz: Nach Schätzungen verursacht überflüssige Beleuchtung weltweit Millionen Tonnen vermeidbarer CO₂-Emissionen. Lichtverschmutzung zu reduzieren, ist also gelebter Klimaschutz!

Die Situation bei uns: Idar-Oberstein und die Verbandsgemeinden

Im Kreis Birkenfeld stehen wir vor der Aufgabe, Naturschutz und Stadtentwicklung in Einklang zu bringen. Die Gemeinden im Kreis haben unterschiedliche Projekte angeschoben. Genau hier müssen wir ansetzen: Die Umstellung der Straßenbeleuchtung in der Stadt und unseren Verbandsgemeinden auf intelligente, bedarfsgerechte und warmweiße LED-Beleuchtung spart nicht nur Energie und Steuergelder, sondern schützt aktiv unsere Biodiversität. Wir als NABU Kreisgruppe fordern die Kommunen auf, bei zukünftigen Lichtplanungen den Artenschutz ("Ökologische Stadtbeleuchtung") als festes Kriterium zu verankern.

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Situation im öffentlichen Bereich im Kreis Birkenfeld
Eine detaillierte Analyse.
Strategien zur Minimierung der Lichtvers
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Unser Juwel für eine dunkle Nacht: Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Wir haben das große Privileg, den Nationalpark Hunsrück-Hochwald direkt vor unserer Haustür zu haben. Dieser wertvolle Naturraum ist nicht nur ein Refugium für seltene und störungsempfindliche Arten wie Wildkatze, Schwarzstorch und verschiedenste Fledermausarten – er ist auch einer der wenigen Orte in der Region, wo natürliche Dunkelheit noch erlebbar ist.

Tiere im Nationalpark sind auf diese absolute nächtliche Ruhe angewiesen. Ein Blick auf das direkt angrenzende "Sankt Wendeler SternenLand" (wo beispielsweise Eiweiler zur Dark Sky Community gekürt wurde) zeigt, welch hohes Gut der Schutz des Nachthimmels ist. Es liegt an uns, zu verhindern, dass die Lichtglocken unserer Dörfer und Städte tief in das Schutzgebiet des Nationalparks hineinstrahlen.

Was können Sie selbst tun? Die NABU-Gartentipps

Jeder einzelne Haushalt im Landkreis Birkenfeld kann einen wichtigen Beitrag leisten. Mit diesen einfachen NABU-Tipps holen wir uns die Nacht zurück:

  1. Licht aus im Garten: Verzichten Sie der Natur zuliebe auf überflüssige Gartenbeleuchtungen. Beliebte Solar-Steckleuchten sind oft Importware mit problematischen Akkus und stören das Verhalten von Igeln und nachtaktiven Insekten direkt am Boden.
  2. Zielgerichtetes Licht: Muss beleuchtet werden, sollte das Licht stets von oben nach unten strahlen ("Laternenhüte"). So vermeiden wir, dass Licht unnötig in den Himmel oder in Bäume abgestrahlt wird.
  3. Bewegungsmelder nutzen: Stellen Sie Lampen so ein, dass sie nur brennen, wenn wirklich jemand den Weg nutzt – und das auch nur so kurz wie möglich.
  4. Insektenfreundliche Leuchtmittel: Verwenden Sie LEDs mit einer warmweißen Farbtemperatur (maximal 3.000 Kelvin, besser noch darunter). Kaltes, bläuliches Licht zieht Insekten magisch an, warmes Licht deutlich weniger.

Gemeinsam für den Schutz der Nacht!

Wir von der NABU Kreisgruppe Birkenfeld setzen uns leidenschaftlich für eine lebenswerte Natur in unserer Heimat ein. Helfen Sie mit: Schalten Sie öfter mal das Licht ab und genießen Sie wieder den Blick in die Sterne!

 

 

Der Vorstand