Fledermausschutz am Idarkopf

Wochenstube für unsere Flattertiere!

Bild: Hermann Mosel - Christian Jungmann auf erhöhtem Posten
Bild: Hermann Mosel - Christian Jungmann auf erhöhtem Posten

Liebe Naturfreunde im Kreis Birkenfeld und darüber hinaus,

 

unser Nationalpark Hunsrück-Hochwald und die angrenzenden Flächen der Verbandsgemeinden rund um Idar-Oberstein bieten wertvolle Lebensräume für viele geschützte Arten. Doch oft genug muss der NABU der Natur aktiv unter die Arme greifen – vor allem dann, wenn Quartiere verloren gehen. Heute möchten wir euch von einer enorm wichtigen Aktion am Idarkopf berichten!

 

Ein 10-Kilo-Problem im Wald

Um den Verlust von Fledermaus-Quartieren auszugleichen, gibt es am Idarkopf spezielle Nistkästen. Kürzlich stand unser ehrenamtliches NABU-Team dort vor einer echten Herausforderung:

  • Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für den Rückbau des Gebäudes auf der ehemaligen Skipiste am Idarkopf wurden Fledermauskästen aufgehängt.
  • Diese Kästen befinden sich in 250 bis 300 Metern Entfernung zum ehemaligen Gebäude.
  • Von diesen Kästen hatte sich im vergangenen Jahr 2025 eine Großraumhöhle gelöst und war zu Boden gestürzt.
  • Ein solcher Kasten wiegt stolze 10 Kilogramm.
  • Den nimmt man nicht einfach mal so mit auf eine Leiter.
  • Mit Hilfe eines Seils, das zunächst mühevoll über einen Ast geworfen werden musste, konnten wir die schwere Wochenstubenhöhle nach oben liften.
  • Christian hatte dort zuvor einen Aluminiumnagel für den Aufhängeklotz eingeschlagen.
  • Der am Seil "baumelnde" Kasten wurde dann eingehängt und mit einem zweiten Alu-Nagel sicher fixiert.

Freie Bahn für unsere Fledermäuse

Beim Wiederaufhängen fiel unseren Aktiven noch ein entscheidendes Detail auf, das sofort behoben wurde:

  • Das Fachbüro, von dem die "Ausgleichskästen" seinerzeit aufgehängt wurden, hatte offenbar übersehen, dass die Fledermäuse einen freien Anflug brauchen.
  • Teilweise konnten wir das durch das Entfernen einzelner Äste korrigieren.
  • Dem Bezug der "Mietskasernen" durch die Flattertiere steht nun nichts mehr im Wege.

Warum sind Großraumhöhlen und ein freier Anflug so wichtig?

Fledermäuse sind faszinierende Tiere, die in unserer Region glücklicherweise noch in alten Laubwäldern oder im wertvollen Totholz des Nationalparks Hunsrück-Hochwald Unterschlupf finden. Fehlen jedoch natürliche Baumhöhlen, sind unsere künstlichen Großraumhöhlen überlebenswichtig.

In diesen großen Kästen bilden die Weibchen im Sommer sogenannte Wochenstuben. Hier schließen sie sich zusammen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und gemeinsam aufzuziehen. Da Fledermäuse sehr gesellige Tiere sind, brauchen sie enorm viel Platz. Das dicke Holzbeton der Kästen isoliert hervorragend gegen Hitze und Kälte, bringt aber eben auch ein ordentliches Eigengewicht auf die Waage.

Ein freier Anflug ist für den Bezug ein absolutes Muss: Fledermäuse orientieren sich nachts rasend schnell über Echoortung. Wenn dichtes Blattwerk oder Äste die Einflugschlitze an der Unterseite der Kästen blockieren, wird die Höhle als unsicher eingestuft oder gar nicht erst gefunden.

 

Ein riesiges Dankeschön geht an Hermann und Christian für diesen großartigen Einsatz! Wer mehr über unsere Arbeit vor Ort erfahren oder vielleicht sogar selbst im aktiven Naturschutz mit anpacken möchte, findet alle Infos direkt auf unserer Website.

 

Zum Beispiel ist im Spätsommer ein weiterer Einsatz zur Reinigung der Kästen geplant.

 

Kontaktaufnahme über "Kontakt" oder über unsere "WhatsApp-Gruppe".

 

Euer Vorstand der NABU Kreisgruppe Birkenfeld