Was für ein Abend! Unsere jüngste Erlebnis-Führung „Fledermäuse im Kupferbergwerk Fischbach“, die wir gemeinsam mit dem Besucherbergwerk durchgeführt haben, war ein voller Erfolg und bis auf den letzten Platz ausgebucht. Rund 30 Besucher – darunter fast zur Hälfte begeisterte Kinder – begaben sich mit uns auf eine faszinierende Reise in die Welt der fliegenden Säugetiere.
Der Abend startete mit einer spannenden Zeitreise: Der erst 16-jährige Lukas Krause führte die Gruppe souverän durch das authentisch erhaltene Bergwerk. Er erklärte nicht nur die harten Arbeitsbedingungen des Kupfererz-Abbaus vom 15. bis 18. Jahrhundert, sondern lüftete auch sprachliche Geheimnisse. So lernten wir, dass die Begriffe „hundemüde“ und „hundeelend“ von den quietschenden Loren, den sogenannten „Hunden“, abstammen, die die Bergleute früher durch die Stollen schieben mussten.
Wieder am Tageslicht angekommen, übernahm unser Fledermausexperte Christian Jungmann von der NABU-Kreisgruppe Birkenfeld das Wort. Mit anschaulichen Exponaten und Fotos begeisterte er Jung und Alt mit aktuellen Forschungsergebnissen. Das Kupferbergwerk am Hosenberg ist ein wahres Paradies für den Naturschutz: Über 1.000 Fledermäuse aus neun verschiedenen Arten leben in den Stollen. Ein besonderes Highlight für uns Naturschützer ist der Nachweis der seltenen Wimper-Fledermaus, deren nächstes bekanntes Vorkommen erst wieder 100 Kilometer entfernt liegt.
Die Theorie wurde schnell zur Praxis, als die Besucher Zeugen eines beeindruckenden Spektakels wurden: Mehr als 100 Zwergfledermäuse schwärmten im Sekundentakt aus ihrem Quartier im Dachgebälk aus. Christian Jungmann und seine Kollegin Nadine Klein zeigten den Gästen zudem, wie wichtige Forschungsarbeit geleistet wird. Mit speziellen Netzen fingen sie vorsichtig Tiere ein, um sie zu vermessen und zu beringen. Dank dieser schonenden Methode, die Christian bereits seit über 20 Jahren für das Landesamt für Umwelt durchführt, wurde noch nie ein Tier verletzt.
Das Staunen war riesig, als die Kinder die nur wenige Gramm schweren „Akrobaten der Lüfte“ aus nächster Nähe betrachten durften. Ein Moment puren Glücks war es, als eine Zwergfledermaus direkt aus der Hand eines Kindes zurück in die Nacht flatterte.
Das emotionale Highlight des Abends war die Geschichte von Benni. Die Bechstein-Fledermaus war vor wenigen Tagen völlig unterkühlt und ausgehungert gefunden worden. Nadine Klein, die sich mit unermüdlichem Einsatz um verletzte und kranke Tiere kümmert – allein 40 Fledermäuse im letzten Jahr –, päppelte den kleinen Findling mit Mehlwürmern wieder auf. Unter dem Applaus der Gäste konnte Benni an diesem Abend wohlgenährt in die Freiheit entlassen werden, um sich seinen Artgenossen bei der Insektenjagd anzuschließen.
Eure NABU-Kreisgruppe Birkenfeld